Parkfläche des Landratsamtes Marburg-Biedenkopf wird zur regenerativen Energiequelle
Neue Solaranlage am Landratsamt erzeugt Strom für 50 Haushalte und spart jährlich 113 Tonnen CO2 - Bürgersonnenkraftwerk wird eine der größten Solaranlagen im Kreis - Landrat: “Mit gutem Beispiel voran gehen!”
Marburg-Biedenkopf, 17.Juni 2010 - Können Parkplätze Strom erzeugen? Eigentlich nicht. Oder doch? Der Landkreis Marburg-Biedenkopf macht es vor: Auf dem Mitarbeiterparkplatz hinter dem Landratsamt in Marburg-Cappel soll schon bald eine Solaranlage errichtet werden. Erstmals werden damit im Kreisgebiet Verkehrsflächen zur Stromerzeugung genutzt. “Wir haben dieses Projekt gemeinsam mit dem Marburger Verein Sonneninitiative e.V. auf den Weg gebracht”, erläutert Landrat Robert Fischbach.

Ähnlich wie auf diesen Computersimulationen wird der Mitarbeiterparkplatz am Landratsamt in Marburg-Cappel demnächst aussehen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Das Bürgersonnenkraftwerk des Vereins Sonneninitiative e.V., das hier gebaut wird, wird eine der größten Solaranlagen im Kreis. (Computersimulation: Sonneninitiative e.V.)
Der Landkreis stellt dem Verein dafür die Fläche zur Verfügung. Der Verein wiederum errichtet dort dann als Bürgersonnenkraftwerk die Solaranlagen. Vorher wird eine Art großes Carport gebaut, auf dem die Solaranlagen dann montiert werden. “Wir gehen hier wieder mit gutem Beispiel voran und zeigen, was in Sachen Klimaschutz und Erneuerbare Energien möglich ist”, betont Landrat Robert Fischbach.
Die geplante Solaranlage auf dem Mitarbeiterparkplatz soll mit einer Solarmodulfläche von mehr als 1.100 Quadratmetern eine Spitzenleistung von 166 Kilowatt-Peak (kWp) haben. Es könnte damit den Strombedarf von 50 Privathausalten decken und die Atmosphäre um jährlich 113 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entlasten. Der auf dem Parkplatz “geerntete” Sonnenstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
“Wir haben mit diesem Vorzeigeprojekt eine der größten Solaranlagen im Landkreis”, freut sich Landrat Robert Fischbach. Und bei einer geschätzten Betriebsdauer von 30 bis 40 Jahren werde so ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Mit dem Verein Sonneninitiative e.V. sei dabei auch ein Projektpartner gefunden worden, der regional und überregional bereits große Erfahrungen mit der Errichtung von Bürgersonnenkraftwerken hat. Bürgersonnenkraftwerk bedeutet, dass Bürger beim Verein Sonneninitiative e.V. Solarmodule einer Anlage erwerben können. Damit werden sie selbst Stromproduzent und bekommen die entsprechende Einspeisevergütung. “Das ist im Prinzip genau, wie die Solaranlage auf dem eigenen Dach. Der Solarparkplatz des Landkreises soll anderen Unternehmen im Landkreis mit großen Parkflächen als Modell dienen, damit neben den Dachflächen auch andere, schon versiegelte Flächen energetisch sinnvoll genutzt werden”, erklärt Volker Klös vom Verein Sonneninitiative e.V.
“Über ein Bürgersonnenkraftwerk können viele Menschen in Sachen Erneuerbare Energien aktiv werden und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten”, sagt Landrat Robert Fischbach.
Auch vor dem Hintergrund des Zukunftsthemas Elektromobilität ist dieses Projekt wegweisend: Für neuartige Elektrofahrzeuge könnte die Sonne über dem Parkplatz jährlich Strom für über 1 Million Fahrkilometer liefern. “Der Clou ist dann, dass Elektrofahrzeuge beim Parken unter dem Carport auch direkt mit Sonnenstrom aufgetankt werden können.
Weitere Informationen im Internet: www.sonneninitiative.org


